Künstliche Intelligenz in der Medizin – Im Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Ethik

Künstliche Intelligenz & Ethik im Gesundheitswesen

In der neu entstehenden Dreiecksbeziehung zwischen Künstlicher Intelligenz (KI), Ärzten und Patienten, liegt Potenzial für neue Machtasymmetrien zwischen Mensch und Maschine. Aus diesem Szenario ergeben sich neue ethische Fragestellungen, welche die Initiative D21 in ihrer Studie zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medizin, behandelt. In einem Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und den damit zusammenhängenden Optimierungspotenzialen, der Frage der Entscheidungshoheit bei der Behandlung und nicht zuletzt der Umgang mit Gesundheitsdaten, gilt es, für die Zukunft die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Aufseiten der Ärzte ist die Erwartungshaltung, dass Künstliche Intelligenz lediglich als Hilfestellung bei Behandlungsentscheidungen dient und ihr keine Entscheidungshoheit übertragen wird. Diese Rolle erfüllt KI schon heute sehr erfolgreich in der Radiologie bei der Auswertung von Tomografien. Dafür, dass die Entscheidungshoheit beim behandelnden Arzt bleiben sollte, spricht die Tatsache, dass Behandlungserfolge in einem besonderen Maße von einer menschlichen Interaktion zwischen Ärzten und Patienten abhängen. Zudem können verschiedene, von KI generierte Befunde zu einem gleichen Sachverhalt voneinander abweichen. Nichtsdestotrotz wird sich KI auf das Aufgabenfeld der Mitarbeiter im Gesundheitswesen auswirken. Die prognostizierten Veränderungen können jedoch durchaus als positiv bewertet werden. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen kann kostbare Zeit gewonnen werden, die bisher für administrative Prozessschritte notwendig war. Dadurch entsteht mehr Raum für den menschlichen Kontakt zwischen Mitarbeiter und Patienten.

Eine Kernfrage, die es zu beantworten gilt, ist wie im Zuge der Digitalisierung mit der Datenverarbeitung im Gesundheitswesen umgegangen werden soll. Für eine effizienzsteigernde Verwendung von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen bleibt Big Data ein Schlüsselfaktor. Nur auf Grundlage von einrichtungsübergreifender Datenverarbeitung kann Künstliche Intelligenz lernen und sich selbst optimieren. Hieraus ergibt sich zum einen der Bedarf nach einem ethischen und datenschutzkonformen Umgang mit Gesundheitsdaten und zum anderen der sektorenübergreifende Homogenisierungsbedarf von Gesundheitsdaten. Zudem ist die Datenhoheit für den mündigen Patienten eine elementare Bedingung, die auch wir bei der Entwicklung unserer Produkte, im Spannungsfeld zwischen technologischen Fortschritt und Datenschutz zentral stellen.

 

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