Der erste Schritt zum Erfolg mit elektronischen Patientenakten

Digital Health BundesfachkommissionDie elektronische Patientenakte war auch auf der jüngsten Sitzung der Bundesfachkommission Digital Health in Berlin ein zentrales Thema. Die ca. 50 Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten weniger über den Sinn und die Möglichkeiten einer EPA, wie jüngst im Fernsehen polarisiert. Vielmehr wurde über die Wege zu einer erfolgreichen Nutzung und die Größe der machbaren Schritte gerungen. Insbesondere die Akzeptanz durch die niedergelassenen Ärzte und die Nutzbarkeit im Praxisalltag wird als problematisch gesehen. Es werden viele „Muss“-Faktoren genannt, die in Summe soviel Komplexität aufwerfen, dass die Einführung von digitalen Akten, ganz gleich aus der Öffentlichen Hand (gematik), den großen Systemherstellern, oder auch den kleineren modernen Anbietern kaum möglich erscheint.

 

Dabei ist es beispielsweise in der Arzt-Arzt-Kommunikation das wichtigste, dass zunächst ein digitales Austauschverfahren für den Arztbrief etabliert wird. Sowohl die Weitergabe eines elektronischen Dokuments als pdf als auch die IHE-konforme Übertragung strukturierter Daten über ein CDA-Template („Arztbrief+“) ist technisch grundsätzlich kein Problem, wenn sich die Beteiligten auf einen gemeinsamen ersten Schritt einigen könnten.

Zu beachten ist, dass die Übertragung, gleich welcher Form und unabhängig von der genutzten elektronischen Patientenakte, auch Inhalte in vidierter Form benötigt; wird die Dokumentation eines aus dem Krankenhaus entlassenen Patienten erst nach Entlassung endkodiert und im Klinischen Arbeitsplatz abgeschlossen, kann auch erst dann ein Arztbrief übertragen werden. Die Prozesse bei den Leistungserbringern in Qualität und Geschwindigkeit entsprechend weiterzuentwickeln und zu standardisieren, ist eine Aufgabe, die schon heute mit Hochdruck bearbeitet werden sollte. Lösungen, die die digitale Einbindung der Patienten mit der Effizienzsteigerung bei den Leistungserbringern verknüpfen, zum Beispiel in der Patientenaufnahme und dem Entlassmanagement, sind hier besonders erfolgsversprechend.

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