Das digitale Krankenhaus – im Gespräch mit Dr. Armin Ortlam

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Im Interview mit Dr. Armin Ortlam – IT-Leiter der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude

POLAVIS im Gespräch mit Dr. Armin Ortlam

Auf der DMEA 2019 in Berlin haben wir mit Dr. Armin Ortlam, IT-Leiter der Elbe Kliniken Stade-Buxtehude, über Digitalisierungsprojekte in seinem Haus gesprochen. Herr. Dr. Ortlam ist mit seinem Team dabei, ein digitales Krankenhaus auszuschreiben. Alle Prozesse sollen Schritt für Schritt digitalisiert werden. Um Herausforderungen hinsichtlich der Schnittstellen angehen zu können, soll eine auf IHE basierte Interoperabilitätsplattform aufgebaut werden. Das Team ist motiviert, die Digitalisierung im Krankenhaus voranzutreiben, allerdings sind die Mitarbeiter auch chronisch überbelastet und die Umsetzung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Für Herrn Dr. Ortlam ist es ein besonderes Anliegen, dass die Daten da, wo sie zum ersten Mal auftreten, auch festgehalten und entlang der Prozesse mitgetragen werden. Somit müssen am Ende der Prozesskette, wo oft der Patient oder auch der Controller steht, Daten nicht mehr mühselig zusammengesucht werden. Hierzu muss man mehr in Prozessen denken und es muss auch ein gewisser Kulturwandel in den Krankenhäusern stattfinden.

Welche Digitalisierungsprojekte finden momentan in Ihrer Klinik statt?

Also bei uns laufen ganz viele Projekte im Bereich Digitalisierung auch im Bereich KIS gerade dadurch, dass wir die OsteMed Kliniken dazu bekommen haben müssen wir das ganze Krankenhaus Informationssystem sozusagen neu sortieren, weil es unterschiedliche KIS Hersteller sind. Wir sind dabei ein digitales Krankenhaus auszuschreiben. In welcher Form auch immer ob das eine beschränkte Ausschreibung wird oder wie auch immer das müssen wir noch sehen. Ziel ist es halt ein digitales Krankenhaus auszuschreiben, nicht ein Krankenhaus Informationssystem. Es sollen alle Prozesse im Krankenhaus digital erbracht werden.

Da ist sicherlich die digitale Patienten Akte ein Kernelement. Wie weit ist es da mit der Einführung der digitale Patienten Akte?

Wir haben bei uns ist die AGFA im Hause als Krankenhaus Informationssystem. Da sind wir schon sehr weit fortgeschritten was Module AGFA anbetrifft. Da ist schon eine ganze Menge digital aber es fehlen noch große Bestandteile wie eine Fieberkurve und die Anästhesie Module und so weiter. Im Zuge dieser KIS Konsolidierung soll das dann in Angriff genommen werden.

Wie sind Sie Schnittstellen technisch vorbereitet? Halten sie das alles offen oder haben Sie sich auf Standard festgelegt?

Wir wollen, wenn wir ein digitales Krankenhaus ausschreiben soll es natürlich auch eine Interoperanilitäts-Plattform geben auf IAE-basiert, um das möglichst schlank zu machen.

Als finale Frage möchte ich Sie Fragen – was ist ihnen persönlich besonders wichtig oder was die Digitalisierung angeht muss für setzen sich besonders für ein und welche Veränderungen sie sich für die Zukunft?

Also, dass die Daten da wo sie das erste Mal auftauchen, auf die Welt kommen, dass sie dort eingegeben werden und entlang des Prozesses nur noch durch die Menschen angereichert werden. Der, der am Ende der Kette steht der Patient, der entlassen wird oder der Controller oder der Abrechner im Krankenhaus, dass der alle Daten zur Verfügung hat und sich nicht großartig irgendwas zusammensuchen muss. Das ist mein Fokus.

Und wie lange dauert das bis es soweit ist?

Keine Ahnung. Das ist eine provokative Frage ich weiß es nicht. Weil das auch ein ganz starker Kulturwandel im Krankenhaus ist. Das eine ist IT zur Verfügung zu stellen und in Prozessen zu denken, aber andererseits ist ein großes Thema der Kulturwandel im Krankenhaus, weil dort sehr viele noch in einer ganz anderen Denkweise verhaftet sind.

Ihre Mitarbeiter sind da auch so aufgestellt, dass sie mitmachen wollen oder muss man sie antreiben, um das alles positiv zu sehen?

Sagen wir es mal so, die sind schon begeistert das Problem ist nur sie sind chronisch überlastet, weil wir chronische unterbesetzt sind und wir wissen gar nicht wie wir diese Projekte stemmen sollen und das ist das ganz große Problem.

Ich möchte Ihnen sehr herzlich danken für ihre Zeit und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag auf der Messe.