Der Fokus auf Patientenbedürfnisse bei wachsendem wirtschaftlichen Druck

POLAVIS im Gespräch mit Felix Dorn, Mitglied der Geschäftsführung (CMO) des BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit über die Frage der wachsenden wirtschaftlichen Herausforderung durch einen erhöhten Druck auf den Fokus der Bedürfnisse des Patienten auf dem Hauptstadtkongress 2019 in Berlin.

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Felix Dorn – Mitglied der Geschäftsführung (CMO), BQS Institut für Qualität & Patientensicherheit

Wie kann bei wachsendem wirtschaftlichem Druck der Fokus auf die Bedürfnisse der Patienten wieder gestärkt werden?

Es ist eigentlich keine Frage wie wir aus der eigenen Motivation machen können, sondern wir werden dies einfach machen müssen. Bei einem Blick ins Methodenpapier des Instituts der Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG), sehen wir neben dem 136-er Verfahren, den Versorgungsdaten, die die Qualität ausmachen und letztlich dazu führen, ob wir in bestimmten Bereichen umsetzen dürfen oder nicht. Mittlerweile sehen wir auch den Patienten in Form der PREMS und PROMS, die entsprechende Qualitätsmerkmale operationalisiert, und so die Outcomes und die Wahrnehmung bestimmen. In Essen sagt man so schön das Patientenerlebens und dessen Prozess. Ein Ausdruck der Patientenzentrierung ist die zukünftige politische Zentrierung dieses Themas. Bei einem Blick in die Industrie sieht man bereits, dass große Unternehmen wie Phillips lange schon diesen Ansatz verfolgen und „Value Based Care“ schon längst so verstehen, sich nach dem Patienten zu richten zu orientieren. Das stärkt nicht nur die Akzeptanz der eigenen Mitarbeiter im Prozess, sondern das Patientenerleben wird verbessert und Geld eingespart. Patientenzentrierung hat immer etwas mit Wirtschaftlichkeit zu tun und nicht nur mit den rosaroten Wolken, die man für den Patienten erzielt und dem damit verbundenen Marketing-Gag, dass er die Versorgung toll findet und uns weiterempfiehlt. Es dreht sich immer um die Verbesserung der Prozesse und damit geht einher sich auf die Patienten zu zentrieren. Wir haben diese Begrifflichkeit bereits seit vielen Jahren, sowie auch beispielsweise Pickard mit dem Patient Centered Care Model. Mit der Digitalisierung stellen wir fest, dass plötzlich vermehrt über die Zentrierung von Patienten gesprochen wird, da die Kultur der Digitalisierung damit einhergeht und über die Digitalisierung eine Prozessverbesserung erreicht wird. Daher bin ich da ganz entspannt und sehe, dass die Wirtschaftlichkeit mit der Digitalisierung ebenfalls steigt. Große Häuser wie Sana, Helios und Asklepios treiben diese Themen ganz extrem und auch wir treiben dieses Thema mit Erfahrung aus Klinik und Beratung voran. Für kleinere Kliniken sind noch immer Verwaltung und Sanierung ein Thema, aber wir sahen auf Messen wie dem Hauptstadtkongress bereits, das dieses Thema bereits fantastisch angetrieben wird. Letztlich wird die Digitalisierung aber hereinrollen und damit eben auch die Effizienzsteigerung – da bin ich ganz entspannt.